Monatsarchiv: November 2014

POETIK DES TERRORS – Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur

Endlich ist es soweit! – Im Januar 2015 erscheint meine Forschungsarbeit im Bielefelder transcript-Verlag. Hier ist schon mal eine Vorabschau.

Michael König
POETIK DES TERRORS
Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur

Religiöse Selbstmordattentäter machen uns sprachlos. Wie aus dem Nichts tauchen sie auf, scheinbar geistesgestörte, selbstherrliche Einzeltäter, die viele mit in den Tod reißen und sich am Ende selbst richten. Kulturelle Erklärungsmuster und biographische Analysen schlagen fehl. Die Frage, wie einer zum Terroristen wird, scheint nicht beantwortbar.

Michael König untersucht Romane, Thriller und biographische Erinnerungen, in denen deutsche Gegenwartsautoren versuchen, dem undurchdringlichen Phänomen und seinen Urhebern näher zu kommen. Ergänzend zur literaturwissenschaftlichen Analyse berichten elf Autorinnen und Autoren – unter ihnen Ulrike Draesner, Sherko Fatah, Gerhard Seyfried, Ulrich Peltzer und Michael Wildenhain – in Interviews über ihre Probleme beim Schreiben über Terroristen und den erzeugten Terror. Sie kennzeichnen ihre eigenen Texte als engagierte Literatur, die im Zuge von weltumspannenden Überwachungsmethoden und einer zunehmenden Beschneidung von Bürgerrechten wieder dezidiert politisch geworden ist. Gegen mediale Generalisierungen rücken sie das Individuum in den Mittelpunkt der literarischen Betrachtung. Denn Attentäter und Terroristen sind am Ende keine »Monster« oder »Gespenster«, sondern Menschen.

Die literaturwissenschaftliche Analyse wird durch Interviews mit folgenden Autoren ergänzt: Ulrike Draesner, Horst Eckert, Sherko Fatah,Ulrich Peltzer, Christoph Peters, Gerhard Seyfried, Hilal Sezgin, Enno Stahl, Michael Wildenhain, Raul Zelik.

Hier geht es zu weiteren Infos auf den Seiten bei transcript:
http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2987-3/poetik-des-terrors?c=7

Hier können Sie das Inhaltsverzeichnis einsehen.

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Hier die Ankündigung in der Verlagsvorschau »Frühjahr 2015« von transcript

transcript

Verlagsvorschau

Der falsche Mozart – Über Scherenschnittfälschungen im Literaturarchiv

Hier schreibe ich jetzt mal über etwas ganz anderes. Nicht über Terrorismus, Terror und Krieg, sondern über – Scherenschnitte. Als ich 2006 in den Kunstsammlungen im Deutschen Literaturarchiv Marbach arbeiten durfte, habe ich mich unter anderem mit dem Archivbestand der Scherenschnittsammlung befassen dürfen, woraus ein Artikel für die zweimal jährlich erscheinende Zeitschrift »Schwarz Auf Weiß« des Deutschen Scherenschnittvereins e. V. hervorgegangen ist.

Die Zeitschrift mit meinem Artikel habe ich zufällig wiedergefunden …

Es geht darin , soviel sei verraten, um Scherenschnittfälschungen, die angeblich Mozart zeigen sollen. Der Fall ist sehr speziell, berührt aber die gar nicht so uninteressante Frage, die sich Archive und Museen häufiger stellen müssen: Ist das echt, was uns da angeboten wird? In manchen Fällen braucht es mehrere Experten, um die zweifelhafte Provenienz von einem angebotenen Objekt zu prüfen. Nicht erst seit dem Betrugsfall von Wolfgang Beltracchi  ist klar, dass man auch mit kleinen Fälschungen viel Geld verdienen kann – aber lesen Sie selbst.

Schwarz Auf Weiß - Cover 2006

Lesen Sie hier den Artikel (Klicken Sie auf die Abbildung!):

Der falsche Mozart

Hier der Wikipedia-Eintrag zum Deutschen Scherenschnittverein e. V.

Die Coverabbildung der Zeitschrift stammt übrigens von Christiane Luise Duttenhofer (1776 bis 1829), eine der bedeutendsten deutschen Scherenschnittkünstlerinnen. Der Scherenschnitt zeigt die klassizistische Künstlerin Angelika Kauffmann in ihrem römischen Atelier. Hier erfahren Sie mehr zur Künstlerin.

Quelleninformation:
Schwarz auf Weiß, Zeitschrift des deutschen Scherenschnittvereins e. V.,
Nr. 29, 12. Jg., November 2006.

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