Interview mit Jan Drees – Weblog »Lesen mit Links«

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Zusätzlich zum Radiofeature auf Bayern 2 ist im Weblog »Lesen mit Links« von Jan Drees ein Interview mit mir erschienen.

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Terroristen als Mörder und Helden – Interview im Deutschlandradio Kultur

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Heute Morgen wurde ich live im Deutschlandradio Kultur zu meiner Forschungsarbeit interviewt. Sigrid Brinkmann hat mir in der Sendung »Lesart« Fragen zur deutschen Terrorliteratur, zu Terroristen als Helden und zu Ulrike Draesners Roman »Spiele« gestellt. Hier können Sie den Beitrag direkt als MP3 downloaden (10,14 MB).

Oder hier geht es zur Seite der Sendung »Lesart« vom 02.02.2015 auf den Seiten von Deutschlandradio Kultur. Hier können Sie einen Screenshot der Seite sehen, und hier können Sie den Ankündigungstext als PDF downloaden.

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Terroristen als Mörder und Helden. Michael König im Gespräch mit Sigrid Brinkmann, Deutschlandradio Kultur, Lesart, 02.02.2015, 10:15 Uhr.

WDR-4

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WDR-Interview-Poetikdesterrors

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WDR-2

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»Wenn die Bilder Terror machen« – Charlotte Klonk über die Macht der Terrorbilder

Attentäter von Paris, 7. Januar 2015

Ausschnitt aus den Amateuraufnahmen vom Attentat auf die Pariser Redaktion des Satire-Magazins »Charlie Hebdo« am 7. Januar 2015.

Auf FAZ.NET ist kürzlich ein äußerst interessanter Beitrag von Charlotte Klonk über die immergleichen Darstellungsschemata von Tötungsvideos erschienen.
Klonk schreibt, dass die Bildberichterstattung von Attentaten immer nach dem gleichen Muster ablaufe. Das sei schon seit dem 19. Jahrhundert so. Bei den Tötungsvideos, die wir alle im Fernsehen vom Anschlag auf die Redaktion des Pariser Satire-Magazins »Charlie Hebdo« gesehen hätten, sei das allerdings anders. »Es gibt eine neue Dimension des Bildterrors«, schreibt Klonk. Durch die Möglichkeit, Terrorbilder unmittelbar übers Netz zu verbreiten – so geschehen bei den bekannten Amateuraufnahmen von Paris, entstehe unmittelbar die Gefahr der Glorifizierung. Diese »Macht der Terrorbilder« gelte es allerdings zu brechen. Die Kunsthistorikerin argumentiert: »Die Unmittelbarkeit, mit der jemand ein Video wie im Affekt ins Netz stellt, das keine Sekunde später weltweit gesehen werden kann, ist die größte Herausforderung im Umgang mit den Bildern des Terrors.«

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Ausschnitt aus dem ISIS-Propagandavideo »Flames of War«

Hier ist der Link zum vollständigen, äußerst lesenswerten Artikel. Zur Debatte lesen Sie auch folgenden Artikel auf SPIEGEL ONLINE.

Charlotte Klonk: Wenn die Bilder Terror machen. Tötungsvideos auf Youtube. FAZ.NET, 20.01.2015. 

Charlotte Klonk ist Professorin für Kunst und neue Medien am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sie sich mit Erfahrungsräumen der Moderne beziehungsweise mit Nicht-Portraits und der Bildgeschichte des Terrorismus, wie es auf Klonks Seite im Netz heißt.

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Jan Henschen: Die RAF-Erzählung

RAF-Henschen-Cover

Gerne verweise ich hier auf eine lesenswerte Veröffentlichung:

Jan Henschen: Die RAF-Erzählung. Eine mediale Historiographie des Terrorismus, Bielefeld: transcript, 2013.

Jan Henschen lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Hier geht es zu seinem Profil.

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Geschichten gegen den Terror – »Abdullah X« Counter Narratives

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Islamisten rekrutieren sehr geschickt junge Anhänger in den sozialen Netzwerken. Sie tun dies mit einer Sprache, für die auch europäische Jugendliche sehr empfänglich scheinen. Die Terrorgruppe IS scheint besonders darum bemüht, auch Jugendliche fernab der Gewaltereignisse zu ereichen. In ihrem 55-minütigen Propagandavideo »Flames of War« beispielsweise, das vom Al Hayat Media Center, der PR-Abteilung der IS, produziert wurde, wird der Krieg zum Videospiel. »Flames of War« richtet sich mit seiner dokumentarischen Aufmachung, den Schnittfolgen und der Auswahl an Originalvideoaufnahmen direkt an ein westliches Publikum und dessen hollywoodgeschulte Sehgewohnheiten. Und wieder einmal hat der Westen offensichtlich nichts dagegenzusetzen.

Was können wir tun?
Wir müssen die narrativen Mittel der Propaganda analysieren, um so die Funktionsweisen der Propagandavideos zu verstehen. Wir müssen eine Medienwissenschaft der terroristischen Propaganda betreiben, um letzten Endes den Terror-Geschichten eigene Narrative entgegensetzen zu können.

Das Erste hat in seiner Sendung »ttt« (»Titel, Thesen, Temperamente«) am 11. Januar 2015 einen interessanten Beitrag gesendet über so genannte Counter Narratives – Geschichten, die gegen die terroristische Propaganda gerichtet sein sollen. Zu Wort kommt darin auch der anonym bleibende Betreiber der Seite »Abdullah X«, der gewissermaßen anti-terroristische Propagandavideos ins Netz stellt. »Abdullah X« will mit den gleichen Mitteln, mit denen die Terroristen im Netz operieren, Jugendliche erreichen und diese von der Falschheit des Dschihad überzeugen, denn der Produzent ist überzeugt: »Mit seiner Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die auf das aggressive Potential vieler Leute reagieren, ist uns der IS weit voraus. Leider. Diese Leute wissen, wie man Jugendliche im Internet anspricht.«

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Und wir, das zeigt der Beitrag sehr deutlich, hinken inhaltlich und ästhetisch hinterher. Westliche Produktionen werden völlig zu recht als »didaktisch« bezeichnet. »Das US-Außenministerium stellt Videos ins Netz, die einfach das zynische IS-Propaganda-Material übernehmen und mit mahnenden Worten versehen. Damit dürfte es schwer werden, potenzielle Islamisten vom Weg nach Syrien abzuhalten. Die Bundesregierung hat gerade mal angefangen, über Gegengeschichten zum IS-Horror nachzudenken. Und die EU-Kommission war nicht in der Lage, uns einen Gesprächspartner dafür zu nennen«, schreibt Joachim Gaertner, der Autor des »ttt«-Beitrags.

Schaut man sich dann die wenigen im Stil einer Graphic Novel gehaltenen Anti-Propagandavideos von »Abdullah X« auf Youtube an, wird der Rückstand offensichtlich: Mit einer melancholisch wirkenden Cartoonfigur und langatmig ausgebreiteten Kurzgeschichten, wird man keinen Jugendlichen erreichen. »Abdullah X« kann mit echten Propaganda-Videos nicht mithalten. Dabei wird der Betreiber selbst zitiert:

»Gegengeschichten sind ein falscher Begriff. Allein schon der Ausdruck ist falsch. Denn wenn man es schon Gegengeschichten nennen muss, dann gehören die Geschichten, gegen die man angeht, ja schon jemand anderem. Also kopierst du nur andere Erzählungen. Wir müssen Alternativen entwickeln. Die gleiche Sprache verwenden, auf die gleichen Bedürfnissen, die gleiche Wut bei jungen Moslems antworten, aber eigene Geschichten erzählen.«

Eigene Geschichten zu erzählen, ist gut. Ruhig auch von Seiten der westlichen Opfer, aber mit seinen künstlerisch wertvollen Cartoon-Videos wird Abdullah X keine junge Menschen für sich gewinnen und gewaltbereite Dschihadisten nicht umstimmen können.

Noch einmal der anonyme Betreiber: »Natürlich können wir nicht erwarten, dass jemand, der ein ›Abdullah X‹-Video sieht, plötzlich kein Dschihadi mehr sein will, aber wir können versuchen, ihn in seiner Entscheidung zu verunsichern, Zweifel in seine Internet-Phantasiewelt einzupflanzen, die ihn noch einmal über seinen Weg nachdenken lassen.«

Hier geht es zum Beitrag bei »ttt«.
Hier geht es zur User-Seite von »Abdullah X« bei youtube.
Hier ist der Link direkt zum Trailer bei Youtube »Feel Like Some Trume Jihad«.

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Kunst und Terrorismus – Sebastian Baden im Kurzinterview

Sehr gerne verweise ich hier im Blog auf ein Kurzinterview mit Sebastian Baden von der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, das in der evangelischen Zeitschrift »chrismon« erschienen ist.

Baden-Bild-Web

Das Bild als Terrorwaffe? In: chrismon. Das evangelische Magazin,
12.2014; S. 7–8.

2014 hat Sebastian Baden über »Das Image des Terrorismus im Kunstsystem« promoviert. Man darf gespannt sein auf die Veröffentlichung!

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