Schlagwort-Archive: Literaturwissenschaft

Publikationshinweis – Jesko Bender: 9/11 erzählen

Gerne weise ich hier auf die neue Publikation im Bielefelder transcript-Verlag von Jesko Bender hin. In der Arbeit mit dem Titel »9/11 erzählen« untersucht der Germanist Jesko Bender wie in Werken von Autoren wie Ulrich Peltzer, Katharina Hacker und dem Österreicher Paulus Hochgatterer ein, so Bender, als Ende der Kommunikation und als nicht lesbar angesehenes Phänomen durch Literatur wieder lesbar wird. Wohl auch, indem die Texte das Phänomen in einen spezifisch deutschen Kontext einschreiben.

Jesko Bender: 9/11 erzählen. Terror als Diskurs- und Textphänomen, Bielefeld, 2017.

Weitere Informationen zum Band direkt auf den Seiten vom transcript-Verlag.

Advertisements

Seminarhinweis – Terror und Literatur: RAF und NSU

An der Leibniz-Universität Hannover findet im Sommersemester 2017 ein  literaturwissenschaftliches Seminar unter dem Titel »Terror und Literatur: RAF und NSU« statt, dass höchst interessant klingt. Die am Deutschen Seminar stattfindende Veranstaltung wird von Mandy Dröscher-Teille, wissenschaftliche Mitarbeiterin ebendort, geleitet. Hier finden Sie den Kommentar mit näheren Erläuterungen auch zur gelesenen Literatur.

Terror und Literatur: RAF und NSU
Das Wort ‚Terror‘ leitet sich von dem lateinischen Verb ‚terrere‘ her und bedeutet soviel wie: jemanden erschrecken bzw. in Schrecken versetzen. Terrorismus erzeugt Terror, verbreitet also systematisch und durch massive Gewaltanwendung (Geiselnahmen, Bombendrohungen, Anschläge, Flugzeugentführungen) Angst und Schrecken, um bestimmte ideologische, politische oder religiöse Ziele zu erreichen. Terroristische Anschläge traumatisieren ganze Gesellschaften, nicht nur, weil die Terrorist/inn/en gezielt unschuldige Menschen töten, sondern weil sie nach einer berühmt gewordenen Formulierung von Franz Wördemann (Terrorismus: Motive, Täter, Strategien, 1977) „das Denken besetzen“ wollen und sich gegen ‚den Westen‘, ‚den Staat‘ und ‚die Kultur‘ richten. Neben historischen und soziologischen Analysen, die versuchen nachzuvollziehen, wie, wann und warum Personen sich radikalisieren, stellen sich auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller der kulturellen Herausforderung, terroristische Gruppierungen literarisch zu beleuchten, die Perspektive der Täter/innen, ihre Denkweise und Motive zu ergründen, das Geschehene aufzuarbeiten, aber auch einen geistigen Widerstand zu konstituieren.
Das Seminar untersucht die literarische Verarbeitung der RAF, deren Vertreter/innen u.a. 1977 den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer entführten und ermordeten, und des NSU, der zwischen den Jahren 1999 und 2006 Anschläge auf Migrant/inn/en in Deutschland verübte. Im Mittelpunkt stehen Texte von Uwe Timm (Rot), Frank Witzel (Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969), Rainald Goetz (Kontrolliert), Elfriede Jelinek (Ulrike Maria Stuart), Wolfgang Schorlau (Die schützende Hand), Juli Zeh/Ilija Trojanow (Angriff auf die Freiheit), Bernhard Schlink (Vergangenheitsschuld), Raul Zelik (Der bewaffnete Freund), Mario Krüger (Im Kopf von Beate Zschäpe oder Tee mit Schuss), Tanja Kinkel (Schlaf der Vernunft) u.a. In den Blick genommen werden ebenso Theaterinszenierungen, Spielfilme, Comics, Serien und Dokumentationen. Da das Verfassen von Propagandaschriften ein zentrales Signum terroristischer Gruppierungen ist, betrachten wir darüber hinaus Texte von Ulrike Meinhof selbst und verfolgen ihre Entwicklung von einer politisch engagierten Journalistin zur militanten Terroristin.

Zur Vorbereitung:
Bräunert, Svea: Gespenstergeschichten. Der linke Terrorismus der RAF und die Künste. Berlin: Kadmos 2015.
Henschen, Jan: Die RAF-Erzählung. Eine mediale Historiographie des Terrorismus. Bielefeld: transcript 2013.
König, Michael: Poetik des Terrors. Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur. Bielefeld: transcript 2015.

Quelle: https://www.germanistik.uni-hannover.de/mandy_droescher-teille.html

 

Jan Henschen: Die RAF-Erzählung

RAF-Henschen-Cover

Gerne verweise ich hier auf eine lesenswerte Veröffentlichung:

Jan Henschen: Die RAF-Erzählung. Eine mediale Historiographie des Terrorismus, Bielefeld: transcript, 2013.

Jan Henschen lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Hier geht es zu seinem Profil.

Strich - schwarz

POETIK DES TERRORS – Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur

Endlich ist es soweit! – Im Januar 2015 erscheint meine Forschungsarbeit im Bielefelder transcript-Verlag. Hier ist schon mal eine Vorabschau.

Michael König
POETIK DES TERRORS
Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur

Religiöse Selbstmordattentäter machen uns sprachlos. Wie aus dem Nichts tauchen sie auf, scheinbar geistesgestörte, selbstherrliche Einzeltäter, die viele mit in den Tod reißen und sich am Ende selbst richten. Kulturelle Erklärungsmuster und biographische Analysen schlagen fehl. Die Frage, wie einer zum Terroristen wird, scheint nicht beantwortbar.

Michael König untersucht Romane, Thriller und biographische Erinnerungen, in denen deutsche Gegenwartsautoren versuchen, dem undurchdringlichen Phänomen und seinen Urhebern näher zu kommen. Ergänzend zur literaturwissenschaftlichen Analyse berichten elf Autorinnen und Autoren – unter ihnen Ulrike Draesner, Sherko Fatah, Gerhard Seyfried, Ulrich Peltzer und Michael Wildenhain – in Interviews über ihre Probleme beim Schreiben über Terroristen und den erzeugten Terror. Sie kennzeichnen ihre eigenen Texte als engagierte Literatur, die im Zuge von weltumspannenden Überwachungsmethoden und einer zunehmenden Beschneidung von Bürgerrechten wieder dezidiert politisch geworden ist. Gegen mediale Generalisierungen rücken sie das Individuum in den Mittelpunkt der literarischen Betrachtung. Denn Attentäter und Terroristen sind am Ende keine »Monster« oder »Gespenster«, sondern Menschen.

Die literaturwissenschaftliche Analyse wird durch Interviews mit folgenden Autoren ergänzt: Ulrike Draesner, Horst Eckert, Sherko Fatah,Ulrich Peltzer, Christoph Peters, Gerhard Seyfried, Hilal Sezgin, Enno Stahl, Michael Wildenhain, Raul Zelik.

Hier geht es zu weiteren Infos auf den Seiten bei transcript:
http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2987-3/poetik-des-terrors?c=7

Hier können Sie das Inhaltsverzeichnis einsehen.

Strich - schwarz

Hier die Ankündigung in der Verlagsvorschau »Frühjahr 2015« von transcript

transcript

Verlagsvorschau

Interview mit Raul Zelik (»Der bewaffnete Freund«)

Der Autor Raul Zelik hat 2007 den Roman „Der bewaffnete Freund“ veröffentlicht, der von einer Freundschaft zwischen einem Deutschen und einem lange Zeit im Untergrund lebenden baskischen Aktivisten handelt.  Im Rahmen meines Dissertationsprojekts habe ich ein Interview mit Raul Zelik geführt.

Weitere Infos zu Autor und Werk sowie das geführte Interview können Sie auf den Seiten von Raul Zelik selbst nachlesen. Hier erhalten Sie weitere Infos zu „Der bewaffnete Freund“ beim Blumenbar Verlag. Die Abbildung von Foto und Buchcover geschieht mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die schön gestaltete, gebundene Ausgabe ist hier erhältlich.